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Samstag, Januar 28 2012, 22:25

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Ein Zimmer mit Aquarien

 

Ein Zimmer mit Aquarien

 


 

Nachdem meine Aquarien über viele Jahre über meinen ganzen Wohnbereich verstreut waren, beschloss ich 1994 alles in einem Raum unterzubringen. Da musste dann erst mal eine meiner Garagen herhalten. Das war zwar keine schlechte Idee, hatte aber zwei Schwachstellen; kein Wasseranschluss und die Beheizung des Raumes.

Nach fünf Jahren Garagenaquaristik wurde dann ein nicht benutztes Zimmer im Wohnbereich abgezweigt, aber auch hier das Manko, weit und breit kein Wasseranschluss. Also ein weiterer Umzug, das Esszimmer wurde umfunktioniert. Auf Dauer hat mich auch das nicht zufriedengestellt, es war kein direkt abgeschlossener Raum, ging direkt ins Wohnzimmer über und bei dem seltsamen Beckenvermehrungsvirus mancher Aquarianer führt das schnell zu Reibereien mit anderen Mitbewohnern.

Im Jahr 2007 dann ein erneuter Platzwechsel. Hier habe ich nun aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Zuerst wurde ein Wasseranschluss gelegt und ein Waschbecken installiert. Ansonsten kam es mir sehr auf die Optik an, es sollte mein zweites Wohnzimmer werden, ein Raum, in dem ich mich sehr wohlfühle.

 

 

Auf technischen Schnickschnack, wie zentrale Filterung oder automatischen Wasserwechsel habe ich verzichtet. Das wäre ohnehin nichts geworden, da die Technik und ich nicht gerade Freunde sind, ich sehr viel mit Holz anfangen kann, aber von allen Installationen und stromführenden Teilen die Finger lasse.

Die kleineren Becken, auf neudeutsch Nano Cubes, werden fast alle mit Rucksackfiltern betrieben, nur zwei laufen mit Luftheber. Größere Becken sind mit Topffiltern ausgestattet.

 

 

Mein Hauptaugenmerk in der Aquaristik liegt eindeutig bei der Nachzucht.So recht habe ich mich aber noch nie auf eine bestimmte Fischfamilie festlegen können, habe schon hunderte von Arten der verschiedensten Gruppierungen nachgezogen. So geht die Bandbreite bei mir zur Zeit auch vom Tanganjika-Cichliden bis zu Regenbögen, von Salmlern bis zu etwas selteneren Lebendgebärenden, sieht man da mal von Black Mollies ab. Ich halte es jedoch für sehr wichtig, dass sich ein Züchter nicht nur mit Raritäten beschäftigt, sondern auch einige sogenannte Mainstreamarten in seinem Repertoire hat, um gerade Menschen einen Einstieg in die Aquaristik schmackhaft zu machen, die nur mal so zum Gucken kommen.

 

 

Höchsten Wert lege ich auf die Fütterung meiner Tiere, die Versorgung mit Lebendfutter dürfte so bei 80% liegen, wobei Jungfische ausschließlich Lebendfutter erhalten. Raspelnde Welse sind da natürlich ausgenommen, da wird der Speisezettel durch Spirulina-Tabs und Gemüse ergänzt. Sicher ist Lebendfutter kein ganz billiges Vergnügen, ich halte es dadurch in Grenzen, dass ich im Sommerhalbjahr eigene Futtertierkübel und -tonnen im Garten betreibe, zu anderen kann ich mir viel über bei mir unkrautartig wachsendes Javamoos refinanzieren, dass ich beim Händler gegen Lebendfutter tausche.

Für Fischbruten sind meine Pantoffeltierkulturen ein ausschlaggebender Faktor zur erfolgreichen Aufzucht. Artemia-Nauplien werden ebenfalls regelmäßig gereicht.

 


 

Ich hoffe, einige Anregungen für andere Aquarianer gegeben zu haben, insbesondere für welche, die mit dem Gedanken spielen, sich ebenfalls so eine „Fischbude“ einzurichten, wie es kürzlich jemand despektierlich genannt hat.

 

 


 

Helmut Reinsch

Aqua2000 e. V.

Braunschweig-Dibbesdorf

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